Sunday, February 3, 2019, 7:06 PM

Die Digitale Transformation von IT Dienstleistern

Seit einiger Zeit ist bei Kennern der IT Dienstleistungsindustrie die Diskussion zu den Folgen der Automatisierung angestammter Tätigkeiten in der Branche im Gang. Es wird davon berichtet, dass der eigentliche Mittelbau im IT Service Delivery durch eine Aggregation von verschiedenen Tätigkeiten in absehbarer Zeit verschwindet und sich eine «schleichende IT Apokalypse» anbahnt. Manch eine Leserin oder ein Leser ausserhalb der IT Branche werden sich denken, dass es ausgleichende Gerechtigkeit ist, wenn sich auch Teile der IT mit den Folgen der Digitalen Transformation existenziell auseinandersetzen müssen.

Ökonomisch betrachtet sind es dieselben Effekte, welche bestehenden Tätigkeiten, Prozesse, Wertschöpfungsketten und letztlich Industrien aufbrechen und in neuen Teilen und Kombinationen zusammensetzen werden. Namentlich sind dies meines Erachtens insbesondere die Substituierung des Faktors Arbeit durch immaterielle Güter und intellektuellem Kapital sowie die daraus folgenden sinkenden Grenzkosten für repetitive Tätigkeiten.

Für viele IT Dienstleister stellt sich im Erkenntnisprozess anfänglich die Frage, welche Tätigkeiten davon betroffen sind. Den meisten Industrieteilnehmern wird mit kurzer Reflexion zu den eigenen Dienstleistungen klar sein, welche Ihrer Arbeitsschritte in den einschlägigen Cloud Plattform Services verschwinden werden. Als Beispiel können der Wegfall angestammter Datenbank Administration bei der Nutzung von Services wie Azure SQL/Amazon RDS oder die standortunabhängige Automatisierung des Deployments von Arbeitsplätzen (wie beispielsweise im Rahmen unseres Modern Workplace Angebots) herangezogen werden.

Nun – was tun, wenn signifikante (regelmässige) Arbeitsschritte und damit wichtige Ertragsquellen wegfallen? Wie für Teilnehmer anderer Industrien, welche als Folge der Digitalen Transformation tiefgreifende Veränderungen durchschreiten ergibt sich, auch für IT Dienstleister, die Frage nach der neuen strategischen Positionierung. Mit Blick auf die anfangs erwähnten Effekte, scheint es sinnvoll eigene immaterielle Güter und intellektuelles Kapital aufzubauen, um langfristig uninteressante Tätigkeiten zu automatisieren und um die für die Menschen neu gewonnene Zeit für echte Herausforderungen verwenden zu können.

Die unternehmensspezifischen Entscheide, wo die richtigen Herausforderungen in Zukunft liegen, werden letztlich die neue Industriestruktur determinieren.

Published in the Ventoo Blog on Sunday, February 3, 2019, 7:06 PM by Patrick Lüthi.
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